Freitag, 3. März 2017

Wieso es junge Mütter so schwer haben

Früher war es normal Kinder früh zu bekommen. Mit 30 war die Familienplanung oftmals bereits abgeschlossen. Wenn man mit 35 zum Frauenarzt gegangen ist, kam man nicht drum herum wenigstens einmal gesagt zu bekommen, dass man relativ fortgeschritten im Alter ist und sich doch Gedanken zur pränatalen Diagnostik machen sollte. Das Risiko sei ja bei über 30-jährigen nicht zu vergessen. Liebe Kinder, diese Zeit ist vorbei. Man glaubt es kaum, aber das Blatt hat sich gedreht.
Sitzt man heute zur Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen, so ist der Altersdurchschnitt der Schwangeren weit über 30.  Und das ist schon nett formuliert. Es scheint keine Schande mehr zu sein auch mit 50 sich seinen Kinderwunsch zu erfüllen, den man wohl über die Jahre nach hinten geschoben hat  (und es tut mir leid liebe Frauen, einen echten Kinderwunsch, davon bin ich überzeugt, kann man nicht verschieben). 

Noch vor 30 Jahren wurde man gefragt, ob man mit der Oma spazieren geht, wenn die Mutter etwas fortgeschritten im Alter war. Und um es nochmal zu betonen: diese Zeit ist vorbei.
Es versteht sich von selbst, dass eine Teenie-Schwangerschaft nicht überall dem Ideal entspricht. Aber davon wollen wir jetzt nicht reden. Ich rede von Frauen, die Mitten im Leben stehen. Die etwa 25-jährigen. In diesem Alter hat man bereits seit vielen Jahren einen Schulabschluss. Vielleicht sogar (und das ist nicht selten!) eine abgeschlossene Berufsausbildung. Ach, was sage ich… sogar Berufserfahrung! Ich denke wir sind uns einig, dass man mit 25 durchaus mitten im Leben stehen kann.

Damit wir zum Punkt kommen, natürlich geht es um mich und meine Erfahrungen, die ich sammeln konnte.
Vielen Menschen scheint das Bild der U30-Mutter gänzlich gegen den Strich zu gehen. Sehe ich einige Blicke, so gehe ich davon aus, dass einige mich als Teenie-Mutter sehen (Definition Teenager: bis 19).
Gut, vielleicht sehe ich etwas jung aus. Die Krone des ganzen ist jedoch, dass mir ganz beiläufig von fremden Menschen gesagt wird, dass man in dem Alter noch kein Wunschkind haben kann und auch kein Geld hat. Wie bitte? Trage ich meinen Kontoauszug auf der Stirn?

Liebe Leute, das ist die Realität. Klar, bin ich ein Mensch, der das Unglück etwas anzieht. Aber wie kann ein anderer Mensch solche Behauptung aufstellen, ohne mich zu kennen?
Somit haben wir schon den ersten Punkt: psychischer Terror. Das ist Terror für die Seele. Jede Mutter, die ein Wunschkind hat und sich jetzt mal bitte in diese Lage versetzt, fühlt nun sicherlich einen Güterzug ohne Bremsen durch die Seele fahren.

Wer kennt nicht die Situation, man steht vor einer Treppe, der Aufzug ist kaputt. Das Hindernis muss überwunden werden. Jeder kennt das Bild eines freundlichen Passanten, der einem die paar Stufen hochhilft. Folgendes kann jungen Müttern passieren: „Na da siehste mal wie du klarkommst, wenn man so jung ein Kind kriegt“, sagt es und läuft lachend vorbei. Der Schmerz sitzt tief während man den Kinderwagen alleine hochböllert und die Leute vorbeilaufen. Nach solchen Sprüchen möchte man Niemanden nach Hilfe fragen. 

Das ist nicht der Einzelfall. Einmal stand ich vor einer Tür, die leider drei Stufen zu überbrücken hat  Es kam ein Mann, der sah, dass ich die Türe aufgemacht habe, um dann den Kinderwagen hochzutragen. Der Mann kommt von innen, lacht, fragt ob er helfen soll. Man bejaht. Er lacht weiter… und macht die Tür zu, um wegzugehen.
Es ist nicht alles schlecht. Mir wollte schon einmal eine sehr alte Dame beim Tragen helfen… 

Eine weitere Sache sind die Mütter unter sich. Die älteren Mütter gucken die jüngeren Mütter nicht selten abfällig an. Ich gestehe, dass es andersrum vermutlich nicht anders ist. Das ist eben die Konkurrenz unter den Müttern. Aber das ist ein anderes Thema.

Früher, als ich klein war, meine ich mal gelesen zu haben, dass das beste Alter um Kinder zu bekommen 25 ist. Da ist die Blütezeit. Bis 30 ist auch noch gut. Ab da geht es rasant nach unten. Ich hatte mir zu dem Zeitpunkt dieses Alter als Ziel gesetzt. Als ich mein Studium begonnen habe rückte diese Zahl etwas in den Hintergrund. Vor 30 wurde aktueller.

Mein Appell an die Gesellschaft ist, dass man 25-jährige Mütter nicht verurteilen darf! Ganz im Gegenteil. Es ist das perfekte Alter! Man ist reif, oftmals gebildet, steht im Leben, ist fit, die Eizellen sind noch frisch. Junge Mütter sind gelassen, aber in dem Alter verantwortungsvoll. Viele haben in dem Alter bereits viel mitgemacht. Der Aspekt „Party“ ist bereits bei vielen vorbei. Natürlich zählt das nicht für alle. Aber ich denke das trifft schon auf viele zu. 

Und noch was: junge Mütter haben es teilweise richtig faustdick hinter den Ohren! Sie sind fit meine ich wörtlich und aufgrund der Anfeindungen oft sehr schlagfertig.
„Noch so’n Spruch, Kieferbruch“ vielleicht nicht. Aber es kann schon ordentlich krachen… da kenne ich auch schöne Beispiele aus meinem Alltag. Vielleicht erzähle ich euch die beim nächsten Mal.

Ich freue mich über eure Ergänzungen, Erfahrungen und Erlebnisse…

Alles Gute und viel Kraft! 

Bildquelle: Pixabay von iloveafrica

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